Auswahlkriterien für das Kursangebot

Mittlerweile ist Informatik in den bayerischen Gymnasien in der Unterstufe und – für die Schülerinnen und Schüler der naturwissenschaftlich-technologischen Ausbildungsrichtung – in der Mittel- und Oberstufe verankert.
Aufgrund des aktuellen Mangels an Informatiklehrern kann aber noch selten Informatik als Seminarfach angeboten werden. Auch der Wahlunterricht leidet unter diesem Mangel; insbeosndere für Schülerinnen und Schüler der nicht naturwissenschaftlich-technologischen Zweige ist dies ein starkes Handicap. Die Hoffnung, dass nach der vollstädigen Einführung des G8 der Wahlunterricht wieder seine ursprüngliche Bedeutung erhält, hat sich durch die regiden, allen Wahlversprechungen widersprechenden Sparmaßnahmen der Staatsregierung leider nicht erfült.

Wahlunterricht ist dafür gedacht, dass Inhalte angesprochen werden, die in der Stundentafel keinen Platz mehr haben oder die vom Detail- bzw. Schwierigkeitsgrad über die Inhalte der Stundentafel hinaus gehen.
An den naturwissenschaftlich-technologischen Gymnasien ist das allgemeinbildende Basiswissen im Pflichtangebot enthalten. Hier bieten sich also Projekte zu besonderen Aspekten der Informatik an oder Projekte, die deutlich tiefer in bestimmte Bereiche eindringen, als für die Allgemeinbildung nötig. Zielgruppe sind also diejenigen Schülerinnen und Schüler, die ein Stück weit "um die Ecke" schauen wollen.
Für nicht naturwissenschaftlich-technologische Gymnasien können im Wahlunterricht primär die allgemeinbildenden Aspekte abgedeckt werden. Dabei kann man sich gut auf die existierenden Mittel- bzw. Oberstufenlehrpläne abstützen. Allerdings sind auch hier je nach Interessenlage der Schülerinnen und Schüler weitergehende Ausflüge möglich.

Da für den Wahlunterricht keine Lehrpläne existieren, ist man in der Wahl der Inhalte sehr frei. Diese Freiheit ist aber gleichzeitig eine große Herausforderung und Verantwortung für den Lehrer. Es genügt nicht, einfach zu sagen: ich biete an was mir Spass macht, wenn genügend Schüler an dem Kurs interessiert sind, ist er auch gerechtfertigt. Für alles, was im entferntesten nach Verwendung des Computers aussieht, melden sich heutzutage immer genügend Schüler. Genau so problematisch ist es, die vordergründigen Wünsche Erwachsener nach schneller Produktschulung ("Word-Kurs", "Excel-Kurs" etc.) unreflektiert zu realiseren. Die Schüler benötigen eine Ausbildung, die es ihnen nicht nur erlaubt, jetzt mit den Programmen umgehen zu können, die sie kennengelernt haben, sondern in der sie sich die (inhaltlichen) Grundlagen und Prinzipien der Informationstechnologie aneignen, so dass sie trotz der schnellen Veränderungen über den Dingen stehen. Auf der Seite "Informatik - eine allgemeinbildende Wissenschaft?" ist dieser Fragenkomplex näher ausgeführt.